Gelebte Ökumene im »Haus Zabergäu« in Brackenheim
Konfessionsübergreifende Feier mit Lob, Dank und breit gefächerten Klavier- und Flötenklängen
Die ganze Vorweihnachtsfeier-Hektik war vorbei, die Bewohner haben unter Hilfe der Mitarbeiter und ehrenamtlichen Betreuer einen „Parkplatz“ für ihre Rollatoren und einen Sitzplatz gefunden.
Zahlreiche Angehörige waren auch vor Ort und halfen dabei. Die Weihnachtsfeier im Alten- und Pflegeheim „Haus Zabergäu“ konnte beginnen. Sie steht alljährlich auch musikalisch für die mehr als 120 Personen im Sonnensaal unter dem Leitthema „Biblische Weihnachtsgeschichte“.
Anders als gewohnt präsentierten Daniel Koschitzki am Flügel und Andrea Ritter mit der Blockflöte ein Weihnachtskonzert mit größtenteils bekannten Weisen in flottem Sound. Die Hausdirektorin, Lilli Haldenwanger, appellierte traditionell, Weihnachten mit allen Sinnen zu genießen. Ihren Dank richtete sie nicht nur an die Mitarbeiter, sondern auch an alle diejenigen, die das Jahr über durch ihre Beiträge im Rahmen des Kulturprogramms für Abwechslung sorgen. Hier stand bei ihr an vorderster Stelle der Förderverein. In seinem Namen hatte Irene Böhringer 265 Geschenke verpackt. Der Vereinsvorsitzende, Bürgermeister Rolf Kieser, hat sie wenige Tage vor der Feier an die Bewohner und die Mitarbeiter verteilt. In seinen Dank schloss er die 23 Besuchspaten, die ehrenamtlichen Helfer, aber auch die Evangelische Heimstiftung mit ein, die im Haus für eine umsichtige Führung sorgen würde.
Der Regionaldirektor der Heimstiftung, Jürgen Link, versuchte auf das Weihnachtsfest einzustimmen. Er meinte, bei solch einer Feier sei Gelegenheit, zur Ruhe zu kommen und die plärrende Musik der Kaufhäuser hinter sich zu lassen. Dekan Jürgen Höss ist froh, dass seitens der evangelischen Kirche mit Beatrice Diebel eine Pfarrerin im „Haus Zabergäu“ vor Ort ist. Er ist aber auch überzeugt, dass Gott in jeden Winkel und jede Ecke der Welt sehen kann. Sein katholischer Kollege, Diakon Willi Forstner, fühlt sich fast zum Haus gehörend, da er so häufig da ist. Er äußerte sich zufrieden und meinte, hier könne er frei arbeiten. Es sei gelebte Ökumene.
Irmgard Wolf, die Organisatorin der Feier, erinnerte mit ihrer Weihnachtsgeschichte an Ochs und Esel und natürlich auch an das Kindlein. Die beiden Musiker setzten alte und neue Weihnachtsweisen mit fliegenden Fingern am Flügel und Zungenfertigkeit an den Blockflöten teilweise in neuer Rhythmik um. Sie ließen musikalisch und einfühlsam die Schneeflöckchen fallen oder im Jazz-Sound „Eine Muh, eine Mäh“ erklingen. Alle waren begeistert.